Die spezifische Planungsaufgabe wird in eine Abfolge von mehreren Call-Runden mit einzelnen für sich eigenständig funktionierenden Calls – also spezifischen Frage- und Aufgabenstellungen – gegliedert. Jede Call-Runde besteht aus ca. 3-5 Einzel-Calls. Darin werden verschiedene Aspekte des Gebäudes oder der Gesamtaufgabe synchron behandelt. Es soll hier noch in keiner Weise um klassische Entwürfe gehen. Beispiele für solche Calls können etwa die Frage nach einer effizienten vertikalen Erschliessung, nach der nachhaltigsten Konstruktion des Gebäudes oder nach Regelgrundrisslösungen für spezifische Wohnformen sein. Oder ein Call kann auch mal nur die Fassaden behandeln. Die einzelnen Call-Runden bauen lose aufeinander auf und behandeln in ihrer Summe alle wesentlichen und wichtigen Aspekte des zu planenden Gebäudes.

Die fristgerechten, zahlreichen Einreichungen zu den Calls mittels Upload auf die OP-OD Projektplattform bilden das Ideenreservoir für die jeweiligen Entwickler*innen-Runden.

Es sind in der Regel drei Call-Runden (Ideenphase + Entwickler*innenphase) geplant, die je nach Projektgröße jeweils ca. fünf bis zehn Wochen dauern können.

An einem Planungsprozess mit OP-OD Methodik sollen möglichst viele Vertreter*innen aller wesentlichen Interessensgruppen eines Projektes teilnehmen können. Für gewöhnlich sind das neben den Nutzer*innen und Vertreter*innen der Bauherr*in eine Vielzahl an Fachleuten wie Architekt*innen, Fachplaner*innen und weitere Expert*innen bis hin zu Nachbar*innen und Vertreter*innen öffentlicher Belange. Wer und wie viele Personen genau ist aber mit Blick auf das spezifische Projekt zu entscheiden.

Die Anmeldung für ein OP-OD-Planungsverfahren erfolgt direkt auf der jeweiligen Projektseite – der OP-OD Projektplattform. Der Anmeldezeitraum endet mindestens sechs bis acht Wochen vor dem eigentlichen Start des Planungsverfahrens, so dass alle Teilnehmer*innen rechtzeitig ihre zeitlichen Kapazitäten vorhalten können.

Grundsätzlich soll das Verfahren so offen wie möglich und die Teilnahme keinen weiteren spezifischen Kriterien als dem Interesse und der zeitlichen Kapazität daran teilzunehmen unterliegen.

Die OP-OD Methodik lebt von der Dualität von Ideen- und Entwickler*innenphasen. In den Entwickler*innenphasen werden die verschiedenen Ideen abgewogen und Schritt für Schritt zu konsistenten Lösungsansätzen zusammengeführt. Der Offenheit des Ideenpools wird die präzise Auswahl und zielorientierte Beauftragung der Entwickler*innen gegenübergestellt.

In der Entwickler*innenphase der letzten Call-Runde sollen die einzelnen Call-Fragestellungen dann abschließend beantwortet werden und ein gültiger Planungsstand erarbeitet werden, der die Planreife einer abgespeckten Entwurfsplanung aufweist.

Die Entwickler*innen werden als Delegierte der jeweiligen Gruppen von den Teilnehmer*innen des Planungsprozesses selbst ausgewählt.

Die weitere Planung – also die Genehmigungs- und Werkplanung – soll von einem dann bereits eingespielten Entwickler*innen-Team als bürounabhängiges Kollektiv / als Arbeitsgemeinschaft der einzelnen Personen geleistet werden. Damit sind auch die späteren Nutzer*innen weiterhin elementarer Teil der das Projekt weiter bearbeitenden Gruppe von Entwickler*innen. In größeren Abständen sollen die weiteren Planungsschritte an die Ideengeber*innen kommuniziert werden.

Wichtig ist dabei die Methode der „Delegierung“: Alle Teilnehmer*innen delegieren jeweils die Entwickler*innen. Das bedeutet, dass sich die Entwickler*innen-Gruppe mindestens bis zur letzten Call-Runde entsprechend bewährt und gefunden haben sollte und das Vertrauen der großen Mehrheit der Teilnehmer*innen genießt. Das Vertrauen, die gemeinsame(n) Idee(n) aller sorgsam und in deren Sinne weiter zu entwickeln.

Die Autor*innenschaft bleibt ohne Abstriche bei allen am OP-OD Prozess teilnehmenden Menschen – die Nutzer*innen explizit mit eingeschlossen! Jede Teilnehmer*in ist somit gleichberechtigte Mitverfasser*in des Entwurfes – was wiederum z.B. für sehr junge Fachleute wie z.B. Architekt*innen, eine erste realisierte Referenz bedeuten wird – egal ob Ideengeber*in oder Entwickler*in und egal, welche Ideen von wem sind und sich im Gebäude später tatsächlich wiederfinden.

In einem OP-OD-Prozess werden die Teilnehmer*innen in allen Phasen entsprechend ihrer jeweiligen Mitarbeit honoriert. Die bei einem konventionellen Wettbewerb ausgeschütteten Preisgelder und die Bearbeitungshonorare für die daran anschliessenden Planungsphasen (LP 2 und 3) werden zu einer Verfahrenssumme addiert und sollen folgendermaßen auf die Ideen- und Entwickler*innenphase aufgeteilt werden.

In den Ideenphasen werden alle einzelnen eingereichten Ideen honoriert. Die hierfür eingestellte Summe wird auf sämtliche eingereichte Ideen gleichmäßig aufgeteilt.

In den Entwickler*innenphasen werden den delegierten Entwickler*innen Tagessätze ausgezahlt. Die Aufteilung der hierfür eingestellten Summe soll vom Entwickler*innen-Team diskutiert und ein Verteilungsmechanismus / Tagessatz festgelegt werden.

Die OP-OD Planungsmethodik wird ab April 2022 bei einem ersten baulichen Pilotprojekt – metso’metso – in der Metzgerstaße 5a, in München-Haidhausen angewendet.

Die Projektseite befindet sich HIER.

Bei Fragen bitte eine Email an op-od@koogro.de
Wir bemühen uns die Fragen innerhalb einer Frist von 7 Tagen zu beantworten.

Reem Almannai (Co-Leitung)
Florian Fischer (Co-Leitung)
Marie Bauer (Mitarbeit und stellvtr. Projektleitung Forschung TUM + KooGro)
Julia Hinderink (Mitarbeit KooGro)
Christian Hadaller (Vorstand KooGro)

Ressourcen:
KOOPERATIVE GROSSSTADT eG 12/20 – 12/21 und TU München, 01/21 – 09/21

Gremium OP-OD:
Christian Hadaller (Vorstand KooGro), Gabi Grimm (Aufsichtsrätin KooGro), Markus Sowa (Vorstand KooGro), Frank Rödl (Aufsichtsrat KooGro), Reem Almannai (Bauausschuss KooGro), Florian Fischer (Aufsichtsrat Koogro)

Plattform OP-OD:
in Zusammenarbeit mit Johannes Tolk, www.tolk.berlin

Idee OP-OD:
Florian Fischer